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Enttäuschung auf der ganzen Linie. Die Vertreter von Politik und Verwaltung trugen am Tag danach verbale Trauer: BMW kommt nicht. Und dennoch will man in den beteiligten Städten Datteln und Waltrop weiter am Projekt Industriepark Lippetal und an der Verwirklichung der B 474 n arbeiten, wie Bürgermeister Wolfgang Werner und sein Waltroper Amtskollege Willi Scheffers gestern übereinstimmend bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sagten.
"Es ist traurig, aber es ist so, wie es ist", sagte Wolfgang Werner, der der BMW-Absage eine gute Seite abgewann: "Der Standort Rieselfeld ist jetzt noch bekannter". Es lohne nicht, jetzt die Wunden zu lecken sondern man müsse nach vorne schauen und gemeinsam versuchen, den Standort zu entwickeln. Dazu gehöre unabdingbar auch der Bau der B 474 n.
Willi Scheffers verwies auf die andere Diskussion in Waltrop - dort hat er mit unsicheren Mehrheiten zu kämpfen. Für die von Dattelns Bürgermeister favorisierte New-Park-Ansiedlung auf 300 Hektar im Rieselfeld - für die sich in Datteln eine Mehrheit abzeichnet - fehle ihm die politische Rückendeckung. Er könne an die Politik in Waltrop nur appellieren, den Ball aus Datteln aufzunehmen. Bei einem Dattelner Alleingang in Sachen New Park wären am Ende das Rieselfeld auch nicht mehr das, was es einmal war.
Auch aus Sicht des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der Emscher-Lippe Agentur (ELA, sie hatte die Bewerbung aus dem Ostvest bei BMW vertreten), Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, ist nun die Politik gefordert: "Ich sehe nach wie vor gute Möglichkeiten, da war sehr viel guter Wille und Engagement dabei. Wir fordern die Politik auf, das voran zu treiben. Das ist nicht mehr eine Frage Datteln/Waltrop."
Die Region müsse entscheiden, ob sie diese Zukunftsinvestition politisch bereit ist zu tätigen, heißt es auch in einer gemeinsamen Erklärung vom gestrigen Tage, die von den Bürgermeistern Datteln/Waltrop, der ELA, dem Rektor der Fachhochschule Gelsenkirchen, Peter Schulte, Karl-Friedrich Schulte-Uebbing (diesmal als IHK-Geschäftsführer) und Landrat Hans-Jürgen Schnipper getragen wird.
Schulte-Uebbing verwies auch auf das Drängen der Landesregierung, die strukturschwache Emscherregion solle möglichst schnell Förderprojekte benennen, da im Jahr 2006 die Sonderförderung durch die Europäischen Union entfalle. Von daher sei der Zeitdruck weiterhin gegeben.
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Quelle: WAZ Datteln, 10. November 2000