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Kommentar: Trotz BMW-Absage ein Schub für das Rieselfeld 10. November 2000


Es kann nur einer gewinnen. Diese Weisheit aus dem Sport hat im "richtigen" Leben keine Gültigkeit. Auch die Emscher-Lippe-Region braucht sich ob der bedauerlichen BMW-Absage nicht als Verlierer zu fühlen. Es gibt es auch positive Aspekte: Der in den Rieselfeldern geplante Industriepark Lippetal ist als interessanter Standort bundesweit in die Diskussion gekommen. Das ist wichtig im Hinblick auf künftige Ansiedlungsvorhaben. Vor allem aber hat das Leitprojekt der Region - dank BMW - einen politischen Schub erhalten. So wird die zur Anbindung des Areals erforderliche Bundesstraße 474n weiterhin mit Hochdruck geplant.

Der beschworene Schulterschluss der Region ist allerdings nicht ganz gelungen. Die Weigerung Waltrops, mit Datteln einen Zweckverband zu gründen, um die Industrialisierung der Rieselfelder voranzutreiben, ist mehr als nur ein politischer Störfeuer. Diese Halbherzigkeit war möglicherweise ein Grund für die BMW-Absage und lässt für die weitere Entwicklung nichts Gutes erahnen. Das "newPark"-Vorhaben, das die regionalen Wirtschaftsförderer gerne auf der Freifläche zwischen Datteln und Waltrop umsetzen würden, steht jetzt an und wird zur nächsten Nagelprobe. Denn Waltrop will den "newPark", der mit innovativen Steuer-, Finanzierungs- und Beschäftigungsmodellen um internationale Investoren wirbt, nicht.

War die Region in ihrem Hoffen auf eine BMW-Zusage zu blauäugig? Nach euphorische Meldungen, die schon den bevorstehenden Besuch der BMW-Manager im Riselfeld ankündigten, erfolgt die Absage aus München sang- und klanglos - und überraschend früh. Leider sind die bayerischen Automobilbauer bei der Begründung ihres Neins unverbindlich geblieben.

Das Ende eines Traums darf aber nicht das Ende der Bemühungen um Arbeitsplätze im Rieselfeld sein. Dort weiterzumachen, wo am Mittwoch der Elan der Wirtschaftsförderer jäh gebremst wurde, das muss die Botschaft am Tag danach sein. Auch in Waltrop.

Michael Wallkötter


Quelle: Recklinghäuser Zeitung, Seite 2, 10. November 2000