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Bürgerentscheid über newPark 8. Dezember 2000


Einen Bürgerentscheid über newPark fordert der ehemalige Stadtdirektor Norbert Frey. Alle Waltroper sollen seiner Meinung nach darüber abstimmen, ob sie diese industrielle Ansiedlung in den Rieselfeldern wollen oder nicht.

Norbert Frey verlor als Bürgermeisterkandidat der SPD im September 1999 gegen Willi Scheffers, heute ist er Pensionär und Mitglied der SPD-Ratsfraktion. Der Vorstoß zum Bürgerentscheid ist seine persönliche Anregung und (noch) nicht mit der Fraktion abgestimmt, erläuterte er gestern. Frey: "Kann und darf eine solch gewichtige Zukunftsentscheidung wie newPark in den Rieselfeldern von 41 Ratsmitgliedern getroffen werden, womöglich mit 21:20 dafür oder dagegen? Ganz klar: Nein! Die logische Konsequenz daraus kann nur sein, wenn wir als verantwortliche Kommunalpolitiker die Bürger ernst nehmen, dass wir sie fragen müssen. Ich fordere deshalb einen Bürgerentscheid über die Zukunft Waltrops".

Dabei ist es seiner Meinung nach im Vorfeld vonnöten, die Bevölkerung umfassend aufzuklären "über alle Absichten bis hin zu den weitreichenden Folgen für unsere Stadt. Waltrop wird nämlich ganz und gar nicht mehr das Waltrop von heute sein, wenn diese Absichten verwirklicht werden".

Für Frey ist es kaum Möglich, gegen newPark zu sprechen, da es um Arbeitsplätze geht. Doch das Modell hat seiner Meinung nach "noch viele Macken", die es zu verbessern gilt. Frey: "Ich bin gespannt, wie die Rechtsfrage 'Darf auf einer Vorratsfläche für flächenintensive Großvorhaben ein solcher newPark mit seiner Zerstückelung entstehen?' gelöst wird und ob dies vor Gericht Bestand hat?" Frey selbst ist newPark gegenüber mehr als skeptisch eingestellt, zudem tut sich für ihn die Frage nach der Größe auf. Frey: "Alle sprechen von einer Mindestgröße von 300 ha für den Start. Das sind drei Millionen Quadratmeter oder über 400 Sportplätze aneinander gereiht. Das ist gigantisch! Wie viele zusammenhängende und besiedelte Industrieflächen dieser Größenordnung gibt es eigentlich in NRW? Deshalb die ernste Frage: haben Sie es nicht eine Nummer kleiner? Dieser Gigantismus muss nicht sein. Hat denn keiner Angst, dass man sich dabei kräftig verhebt? Alle haben nach BMW gerufen, warum ruft keiner nach newPark? Vielleicht, weil es sich um eine reine Industriefläche mit Vor- und Nachteilen, sprich Belastungen, handelt?!".

-pesch


Quelle: Waltroper Zeitung, 8. Dezember 2000