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B474N.DE > Presse > Jahr 2000 >
"Kein Werk in den Rieselfeldern geplant" 8. November 2000


Olfen.  "Nach den uns vorliegenden Informationen hat BMW eine Vorentscheidung zugunsten des bayrischen Hof getroffen", erklärte Bert Baesgen, Sprecher der Bürgerinitiative gegen die B 474n. Mit einem Bau eines BMW-Werkes in den Rieselfeldern sei so nicht mehr zu rechnen. Damit müsse eine durchgehende B 474n/B 67n, die zum Schluss von Politikern immer als Notwendigkeit für die Ansiedlung von BMW gefordert worden sei, komplett in Frage gestellt werden.

Wie berichtet, hatte die Olfener Bürgerinitiative schon im Vorfeld das Bemühen um den BMW-Standort am Rande des Münsterlandes als Schachzug zur schnellen Durchsetzung der parallel zur A 43 geplanten Bundesfernstraße bezeichnet. Nach Meinung der BI sind viele Politiker dort dem geschickten Taktieren und der aggressiven Pressearbeit der Emscher-Lippe-Agentur aufgesessen, die die nur für Großbetriebe vorgesehene Fläche vermarktet.

In Anbetracht der Tatsache, dass im Ruhrgebiet - wie etwa im nur zehn km von den Rieselfeldern gelegenen Industriepark Ellinghausen - bis zu 4000 Hektar mit Straßen und Schienen bestens erschlossene Industriebrachflächen zur Verfügung stehen, ist nach Ansicht der BI auch eine Argumentation unsinnig, BMW wäre deshalb nicht gekommen, weil die B 474n/B 67n nicht vorhanden gewesen wäre. Sie verweist darauf, dass die aktuellen Planungen wie schon vor 30 Jahren wieder von einem vierspurigen Ausbau in einer neun Meter hohen Dammlage ausgehen. In diesem Zusammenhang kritisiert die BI auch Bürgermeister Josef Himmelmann, der sich im Gegensatz zu seinen Amtskollegen nicht ausreichend um die Belange der betroffenen Landwirte kümmere. Bert Baesgen: "In Waltrop geht ein Aufschrei durch die Reihen von CDU und SPD, als nach Bekanntgeben der Trasse deutlich wurde, dass landwirtschaftliche Betriebe vernichtet und Neubaugebiete verlärmt werden. Es tut weh zu sehen, wie wenig im Vergleich dazu der Bürgermeister und die CDU für die Interessen der Olfener Landwirte und die Bürger des Neubaugebietes Eckernkamp einsetzen, die wesentlich stärker von der geplanten B 474n-Trasse betroffen sind."


Quelle: Ruhr-Nachrichten, 8. November 2000