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FDP-Landtagsabgeordneter Jens Jordan hat den Abweichler in der CDU beim Aus für den Zweckverband Lippetal als unfair kritisiert.
Die Gegenstimme sei nicht zu beanstanden, meint Jordan. "Aber vor der Abstimmung nichts zu sagen, sondern sich in geheimer Abstimmung zu offenbaren, ist nicht nur unfair gegenüber der eigenen und der verbündeten Fraktion, sondern auch unverantwortlich und feige dazu", sagte der Landtagsabgeordnete.
Wäre eine solche Gegenstimme von vornherein artikuliert worden, hätten CDU und FDP anders gehandelt. Jordan steht dazu, die Ratssitzung vorzeitig verlassen zu haben. Die fehlgeschlagene Abstimmung sei für ihn frustrierend gewesen. Er habe es vorgezogen, sich aus dem Verkehr zu ziehen, teilte der FDP-Chef mit. Politik habe eben auch mit Emotion zu tun.
Wie berichtet, hatte der Waltroper Aufbruch (WA) Jordans Verhalten kritisiert. Dies gebe Aufschluss über Jordans Demokratieverständnis, meinte WA-Ratsfrau Dorothee Schomberg. Die Abstimmung jenes CDU-Ratsmitglieds gegen den Fraktionszwang ist für die Liste verantwortungsbewusst.
Der WA rechnet nicht damit, dass sich BMW im Lippetal nieder lässt. Ohnehin gehe die FDP-Gleichung nicht auf, Großindustrie bedeute Wohlstand. "Dann wäre die Stadt Marl mit ihrem Chemiepark die blühende Metropole", meint Dorothee Schomberg. Die Pro-Kopf-Verschuldung Marls sei jedoch identisch mit der Waltrops.
nj
Quelle: WAZ Waltrop, 7. November 2000