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Das Hin und Her um das Rieselfeld als Standort für ein neues Autowerk der Bayrischen Motorenwerke dürfte die Chancen der Region auf einen Zuschlag nicht gerade steigern. Und die Konkurrenz schläft nicht.
Die Süddeutsche Zeitung hat das Tauziehen im Ostvest zwar noch nicht mitbekommen, berichtet aber über Zwist im Ruhrgebiet, von einem Ringen zwischen Dortmund und dem Ostvest um BMW. Deutschlands Bürgermeister beteiligen sich am größten Preisausschreiben für neue Jobs schreibt die SZ, um dann zum Teil skurrile Bewerbungen aufzulisten.
Schweinfurt und Brandenburg haben sich bei BMW gemeldet. Emden, immerhin Sitz eines Werkes der Konkurrenz von Mercedes, ist genauso im Gespräch wie Coburg, Landsberg am Lech oder Günzburg. Die Schwaben bieten einen alten Fliegerhorst als Standort an. In Brunsbüttel an der Elbe soll BMW sofort anfangen können.
Auch im Örtchen Graben, rund 25 Kilometer südlich von Augsburg gelegen, macht sich der SZ zufolge eine ganze Gemeinde auf den Weg, um Bayerns führende Automarke ins Schwäbische zu holen. Der Ort hat Tradition, von hier stammten die Fugger, die in Augsburg im 15. Jahrhundert das größte Europäische Handelshaus auf die Beine stellten. In dieser Tradition soll nun der Autoriese den Wohlstand zurück bringen.
Dazu allerdings müsste die Fläche für BMW, derzeit noch landwirtschaftlich genutzt, zunächst umgewandelt werden. Grabens Bürgermeister Hans Winkler (CSU) ist sich dabei sicher, sich schnell mit den betroffenen Bauern einigen zu können: "Bei uns würde es eine rasche Baugenehmigung geben und wir wären BMW ein guter Partner", verspricht er. Auch die Anbindung stimme: Die B 17 als Anschluss an die Autobahn A 96 bei Landsberg wird derzeit vierspurig ausgebaut. Winkler bringt ferner eine etwaige zivile Nutzung des nahen NATO-Flugplatzes ins Gespräch.
Von der Papierform her freilich hat wohl Hof (Eigenwerbung: In Bayern ganz oben) derzeit die besten Chancen. Gleich fünf geeignete Grundstücke präsentiert die Stadt auch im Internet zur Auswahl. "Wir haben BMW etwas zu bieten", sagt der Hofer Oberbürgermeister Dieter Döhla und untertreibt damit gewaltig. Bei den angepriesenen Gewerbeflächen in der von BMW geforderten Größe kann Datteln/Waltrop von der ebenen Lage zwar noch mithalten. Doch diese sind in Hof mit einer Bundesstraße an die fünf bzw. zehn Kilometer entfernte Autobahn München-Berlin bereits angebunden. Die Bebauungspläne stehen, die Erschließung ist auch schon fertig und somit ein Investitionsbeginn sofort möglich. Landrat Hering von Hof verspricht vollmundig: "Wir garantieren eine Genehmigung binnen drei Monaten. Und nun kommt zusätzlich noch der Ausbau des Flughafens Hof-Plauen ins Spiel."
Bayerns Staatsminister Erwin Huber hat hierfür bereits 29 Millionen Mark locker gemacht und an EU-Kommissar Günter Verheugen appelliert, sich für eine Förderung des Flughafenausbaus bei der EU einzusetzen. "Der Flughafen wäre ein dickes Plus im Rennen um das BMW-Werk", sagte Huber, um bayrisch-hinterlistig hinzuzufügen: "In unserer weiteren Einflussnahme auf die autonome Entscheidung von BMW werden wir uns auch künftig für den Standort Hof stark machen."
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Quelle: WAZ Datteln, 3. November 2000