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Der Widerstand gegen die geplante Bundesstraße 474n hat sich neu formiert. Rund 20 Gruppen aus Parteien, Umweltverbänden und Eigentümer entlang der Trasse wollen die Streichung aus dem Bundesverkehrswegeplan erreichen, in dem die Straße noch als "vordringlicher Bedarf" steht.
Der Sprecher des Aktionsbündnisses, Dr. Thomas Krämerkämper aus Castrop-Rauxel, ging gestern beim Treffen am Widerlager unweit der Münsterstraße auf die Geschichte der per Gerichtsentscheid verhinderten Straße als Verlängerung der Sauerlandlinie in Richtung Dülmen ein und verwies auf eine neue Seite des Bündnisses im Internet mit zahlreichen Informationen zu dem Problem (www.b474n.de).
Die Vertreter der Naturschutzverbände griffen auf die alten Argumente zurück: Die B 474n werde aus ökologischen Gründen abgelehnt. Rita Budde vom BUND Waltrop sprach von der Zerstörung naturnaher Strukturen, am Rande des Ballungsgebietes werde Erholungsgebiet vernichtet.

Cordula Richter vom Naturschutzbund Ostvest ging auf die wertvolle Lippeaue, die schutzwürdigen Waldbestände, die wertvolle Mengeder Heide und auf wichtige Laichgebiete ein.
Die der Straße zugedachte Entlastungsfünktion für Waltrop trete nur zu 20 Prozent ein, sagte Karl-Heinz Grüder von der Grünen Liste. Dies sei auch die Meinung von Verkehrsplaner Kaulen. Michael Baumeister vom Waltroper Aufbruch lehnt die Straße wegen der Erschließungsfünktion für die Rieselfelder ab. Bei einer Industriealisierung von rund 400 Hektar Kernfläche werde das Klima nachhaltig gestört.
Es gebe nachweisbar keinen Bedarf für Industrieflächen dieser Größenordnung, unterstreicht das Aktionsbündnis in einer Presseerklärung. Auch seien landwirtschaftliche Betriebe beim Straßenbau aufgrund von Flächenverluste in ihrer Existenz gefährdet.
Bei der Umweltverträglichkeitsprüfung sei festgestellt worden, daß konfliktfreie oder -arme Trassen nicht ausgewiesen werden konnten. Hoffnung gebe die Entscheidung der Ratsmehrheit von Castrop-Rauxel, die sich gegen den Bau auf ihrem Stadtgebiet ausgesprochenhabe. kes
Quelle: WAZ Waltrop, 19. März 1999