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Die Planer der B 474n müssen neue gesetzliche Regelungen in ihre Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) einbauen. Die Änderungen sollen aber dieses Jahr noch abgeschlossen werden, heißt es beim Westfälischen Straßenbauamt in Bochum.
Nach der Aufhebung des ersten Planfeststellungsbeschlusses im Jahr 1994 durch das Oberverwaltungsgericht Münster wollen die Planer beim zweiten Versuch offenbar besonders sorgsam sein. Denn seinerzeit bemängelt wurde vor allem eine Vernachlässigung von Umweltfolgen durch den Straßenbau. Noch eingearbeitet werden in die UVS muß unter anderem die neue Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union. Unter anderem geht es dabei um spezielle Anforderungen im Bereich der Lippeaue.
Am Kern der bereits Ende 1997 erstmals vorgestellten UVS wird sich aber wohl nicht viel ändern, wie Karl-Otto Hildebrandt, Leiter des Bereiches Planung beim Westfälischen Straßenbauamt, erklärt: "Hauptzweck der UVS ist es, Empfindlichkeiten in der Region darzustellen. An diesen hat sich seitdem sicher nichts geändert. Jetzt wird nur noch Feinarbeit geleistet."
Damit dürfte auch weiterhin die von Datteln und Waltrop favorisierte Anbindung der B 474n an die Sauerlandlinie A 45 die meisten Umweltbelastungen mit sich bringen. Wasser auf die Mühlen der SPD in Castrop-Rauxel.
Die hatte sich nämlich gegen diese Variante über eigenes Stadtgebiet ausgesprochen und dafür die Anbindung an die Autobahnabfahrt Dortmund-Mengede vorgeschlagen. Mit der Umweltverträglichkeitsstudie als Grundlage könnte dann ab 2000 das sogenannte Linienbearbeitungsverfahren beginnen. Über mögliche Trassen wird dabei auch in Absprache mit den Städten beraten.
Die letzte Entscheidung liegt beim Bundesverkehrsministerium, das neben der Umwelt auch verkehrliche oder wirtschaftliche Gründe berücksichtigen wird.
Erst danach könnte die eigentliche Entwurfsarbeit beginnen und das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.
Viele Jahre Zeit also auch noch für die Gegener der B 474n, ihren Protest zu Gehör zu bringen. Dabei hoffen sie auch darauf, daß die neue Bundesregierung die momentan noch als "vordringlich" eingestufte B 474n aus dem Bundesverkehrswegeplan streicht.
Und dieser soll tatsächlich in den nächsten Jahren überarbeitet werden, wie ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage bestätigt.
Änderungen werde es aber nur geben, wenn sich auch der Bedarf für eine Straße ändere. Und genau da beginnt dann wieder der Expertenstreit. -less
Quelle: Dattelner Morgenpost, 7. April 1999