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Olfen (em). Fürsprecher und Gegner waren am Montag abend zur Bürgerversammlung in die Stadthalle gekommen, um über den Neubau der B 474n zwischen Olfen und Dülmen zu diskutieren.
Von der Bürgerinitiative, die inzwischen schon 2000 Olfener Unterschriften gegen den Straßenbau gesammelt hat, wurden noch vor der Veranstaltung Handzettel verteilt, auf denen einige Argument aufgeführt waren, die ihrer Meinung nach gegen diese Straße sprechen. Die größte Sorge sieht man in der zusätzlichen Lärm- und Schadstoffbelastung für Olfen.
Dipl. Geogr. Gabriele Wallossek konnte dies auch kaum entkräften. In ihrer ausführlichen Darstellung der Umweltverträglichkeitsstudie gab sie massive Einschnitte in die Natur zu, Veränderungen im Landschaftsbild und erhöhte Lärmbelästigungen gerade im Bereich Rönhagen. Trotzdem, so bilanzierte sie, sei nach Abwägen aller Kriterien die Vorschlagstrasse im Vergleich zu anderen Trassenvarianten noch die umweltverträglichste.
Dipl. Ing. Alfred Brüll von der Ingenieurgruppe IVV Aachen erläuterte das Gutachten über die verkehrlichen Aspekte, die für den Bau der B 474n sprechen. Danach fahren auf der B 235 von Datteln nach Olfen täglich 11000 bis 12000 Fahrzeuge, rund um Olfen (sternförmig) etwa 37000.
Davon seien etwa 10000 Fahrzeuge täglich als Durchgangsverkehr einzuordnen. Bis zum Jahre 2010 müsse nochmals mit 20 Prozent Verkehrszuwachs gerechnet werden. Seine Prognose: Wenn die B 474n gebaut wird, würde Olfen mit 5000 Fahrzeugen täglich entlastet, Seppenrade mit 24000 Fahrzeugen. Wegen der überregionalen Funktion der neuen Straße rechnet Brüll hier allerdings mit einer täglichen Nutzung von etwa 13000 Fahrzeugen.
Die anschließende Diskussion zeigte noch einmal das Für und Wider der neuen Straße auf. Ein Redner beklagte, daß die neue Straße als Autobahnzubringer für die A 43, A 45, A 2 und die A 31 genutzt werden würde und eine Verkehrzäh1ung ergeben habe, daß eine Entlastung für Olfen nicht stattfinden würde.
Bürgermeister Himmelmann teilte die Auffassung, daß die neue Straße nicht die Wirkung habe, innerörtliche Probleme zu beseitigen.
Der frühere Stadtdirektor Heinz Voß sprach sich für die neue Straße aus. Er erhofft sich eine erhebliche Entlastung der Straße Eckernkamp, wo der Lärm um 4 Uhr morgens mit Lastzügen begänne und mit abendlichem Ausflugsverkehr ende.
Quelle: Ruhr-Nachrichten Olfen, 27. Mai 1998