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Olfen. "Nach gründlicher Prüfung und Beratung durch kompetente Stellen kann ich auch der neuen Trasse nicht zustimmen. Zu groß sind die Belastungen für meinen Betrieb, existenzbedrohend und daher inakzeptabel", meint Landwirt Albert Schlüter zur neuen B-474n-Trasse. "Auch ich kann früher oder später Hof dicht machen, wenn die B 474n in der jetzigen Form realisiert wird", pflichtet ihm Axel Ellertmann bei.
Im Frühsommer hatte der Rat unter deutlichen Einschränkungen der B 474n gestimmt. Insbesondere der zeitnahe Bau im Bereich Dülmen und Datteln/Waltrop sowie eine Existenzsicherung der Olfener Landwirte waren Bedingungen für die Zustimmung. Im Rahmen des Linienbestimmnngsverfahrens war unter anderem eine Westverlegung der Trasse durchgesetzt worden.
Die Olfener Landwirte sehen in beiden Trassenvarianten jedoch keine Lösung. "Zwar durchschneidet diese mehr als fragwürdige B 474n jetzt nicht mehr meine große Ackerfläche, dafür werden zwei andere Flächen so durchtrennt, daß sie mit den modernen Maschinen betriebswirtschaftlich nicht mehr rentabel genutzt werden können", so Schlüter. Landwirt Ellertmann sieht ebenfalls in der leichten Trassenverschiebung keinerlei Vorteile. Zwar würde der Fächenverbrauch durch die B 474n im Bereich des Hofes Schlüter etwas gemildert, im Gegenzug aber mehr Betriebsflächen der Landwirte Korte und Schulze Kökelsum vernichtet.

Die Bürgerinitiative hat zudem folgendes erfahren: Durch die Verlegung der Trasse nach Westen sei die Straße teilweise bis auf 10m an den Rand des Untersuchungsraumes der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) gerückt. Aufgrund dieser Tatsache habe sich das Straßenbauamt in Coesfeld genötigt gesehen, eine Erweiterung der UVS nach Westen hin in Auftrag zu geben. Was, so die Bürgerinitiative, weitere Kosten in fünf- bis sechsstelliger Größenordnung verursache.
Quelle: Ruhr-Nachrichten Olfen, 3. Dezember 1998