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Das ehemalige Zechengelände Ickern I/II ist auch ohne neue Autobahnanbindung voll. Und ansonsten wird eine Verlängerung der Sauerlandlinie durch den Stadtteil einfach nicht gebraucht.
So begründet die SPD Ickern I/II ihren Antrag an den Stadtverbandsparteitag, einen alten Ratsbeschluß zu kippen. Dieser sieht vor, die Autobahn als B 474n über Castrop-Rauxeler Gebiet zu verlängern.
Das bisherige Argument der Wirtschaftsförderung, das alte Zechengelände für neue Firmen aufzuwerten, zieht nicht mehr. So sieht es jedenfalls der SPD-Ortsverein und sein Vorsitzender Ulrich Romahn.
Die Verlängerung durch Ickern würde bedeuten, daß der innerörtliche Verkehr auf der Ickerner-, Ufer- und Leveringhauser Straße noch verstärkt würde. Denn noch fahren die Autos und Lastwagen an der Ausfahrt Bodelschwingh ab. Beim Ausbau würden sie sich durch Ickern schlängeln. Ulrich Romahn: "Ickern würde von der Autobahn Hannover-Oberhausen und der B 474n nahezu eingekesselt."
Die Firmen, die sich auf Ickern I/II ansiedeln wollen, sind über die A 2 unmittelbar zu erreichen. Die Wirtschaftsförderer, so Ulrich Romahn, signalisieren, daß das Gelände ausgebucht ist. Grünes Licht habe der Rat für ein Auslieferungslager der Bürofirma Herlitz gegeben. Die Schießsportanlage soll fast drei Viertel des Geländes inAnspruch nehmen. Für den kompletten Rest seien Optionen gebucht.
Die SPD Ickern I/II möchte mit ihrem Antrag erreichen, daß sich Waltrop nicht zu Lasten der Bevölkerung im Norden einen Standortvorteil für ihre Rieselfelder erwirbt. Zumal eine alternative Trasse für die Autobahnverlängerung über Mengede nach Waltrop im Rahmen der Umweltverträglichkeit geprüft wird.
Eine Verhinderung der B 474n über Castrop-Rauxeler Gebiet macht für Ulrich Romahn auch aus ökologischer Sicht Sinn. "Wir haben, auch in direkter Anbindung an Autobahnen, genug Brachflächen, auf denen sich Industrie und Gewerbe ansiedeln kann. Wir müssen dafür nicht Grünflächen wie die Rieselfelder opfern."
Der Ickerner SPD-Politiker sieht gute Chancen für den Antrag auf dem Parteitag Anfang Mai. "Es gibt kaum Stimmen für die neue Straße", so seine Einschätzung.
Vollends vom Tisch seien alle Pläne, eine Ortsumgehung im Norden zu schaffen. Das berühmte Industrieband scheitert am Ausbau der Autobahnbrücke an der Horststraße. Sie sollte ursprünglich für 60 Tonnen Belastbarkeit ausgelegt werden. Doch die dafür notwendigen Zuschußanträge in Düsseldorf vurden nicht gestellt. Nunmehr kann die Brücke auf Dauer nur zwölf Tonnen Schwerlast verkraften. Damit erübrigt sich laut Romahn der Ausbau der seit Jahren geforderten Umgehungsstrecke von der B 235 über die alte Zechenbahn und Viktor 3/4 plus Edelhoff gen Norden auswärts. Und zu den Akten gelegt wurde stillschweigend auch die Wohnumfeldverbesserung in Ickern-End, die Bäume und Nischen in einer zurückgebauten Leveringhauser Straße ausmalte. ver
Quelle: WAZ Castrop-Rauxel, 13. April 1996