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Verkehrszählung bestätigt Kritiker der B 474n 16. Juni 1994


Olfen.  Mit interessanten Zahlen untermauern der Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Bürgerinitiative gegen den Bau der B 474n ihre Einwände gegen das Straßenbauprojekt in Olfen. In einer akribisch durchgeführten Verkehrszählung wurde detalliert das Verkehrsaufkommen in und um Olfen erfaßt und ausgewertet.

Die Computeranalysen legen folgendes Bild dar: Nur 28% des an acht Zählstellen im April von 75 Zählern erfaßten Verkehrs im Raum Olfen waren Durchgangsverkehr. Nur 10,7 % des Gesamtverkehrs würde durch den Bau der B 474n aus dem Ortsbereich verschwinden.

Bert Baesgen, Sprecher des BUND, hält diese Zahlen für sensationell: "Sie unterschreiten bei weitem unsere Vermutungen und verhelfen deutlich den verkehrspolitisch geforderten Entlastungsgrad."

Auch Heinz Eckmann von der Bürgerinitiative geht davon aus, daß die Olfener Politiker an den Zahlen nicht vorbeikönnen. Für ein Straßenbauprojekt, das noch dazu im Südabschnitt (Datteln, Waltrop) durch richterliche Entscheidung gestoppt sei, dürfe man angesichts leerer Staatskassen nicht über 200 Millionen DM ausgeben.

Mit großem Aufwand hatte Michael Welkers von der Initiative die Zählungsaktion, die am 14. April stattfand, vorbereitet und organisiert. Die Mitglieder der Initiative bedienten sich eines standardisierten Verfahrens, das auch bei der Forschungsstelle für Verkehrswesen in Köln angewendet wird. Sein Vorteil: Durch die aufwendige Erfassung der einzelnen Fahrzeuge innerhalb eines bestimmten Zeitraumes lassen sicn Unterscheidungen zwischen Ziel-, Quell-, und Binnenverkehr einerseits und Durchgangsverkehr andererseits treffen.

Alfons Bieling und Heinz Eckmann werteten die Daten per Computer innerhalb von zwei Monaten aus und erstellten die dazugehörigen Grafiken. Sie fanden, daß sich der Verkehr selbst auf dem Eckernkamp um höchstens 15% durch den Bau der B 474n reduzieren würde.

BUND und Bürgerinitiative werden nun den Kontakt zu den Olfener Parteien suchen, um mit ihnen die gefundenen Ergebnisse zu diskutieren.


Quelle: Stadtspiegel, 16. Juni 1994