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"Entsetzt" über die Kurz-Notiz von Bürgermeister Horst Niggemeier MdB in der Morgenpost-Ausgabe von Samstag (18. August), ist eine weitere Leserbriefschreiberin. Sie stellt die Frage nach der freien Bedenkenäußerung. "Müssen diese Personen dann als Gegner der Bewohner der Castroper Straße hingestellt werden?" Man solle doch gemeinsam nach Lösungen suchen, die allen Seiten gerecht werden. "Niemand stellt in Zweifel, daß die Castroper Straße dringend entlastet werden muß. Ob dazu jedoch der Autobahn-Zubringer B 474n geeignet ist, "darf"? doch wohl in Frage gestellt werden. Wie kann die pompöse Trasse eines ehemals überregional geplanten Autobahn-Projektes als einfache Umgehung der Castroper Straße umdeklariert werden? Der Verkehr von Waltrop Richtung Offen spielt für die Belastung der Castroper Straße nur eine untergeordnete Rolle. So dürfte lediglich ein geringer Teil des überörtlichen Verkehrs von der B 474 n aufgefangen werden. Gleichzeitig wird jedoch neuer, zusätzlicher Verkehr durch das "Ende der Sauerlandlinie" hierher geführt. Zu guter Letzt wird Datteln von zwei Seitlen von Autobahnauf- und abfahrem durchquert! Trotz allem ist aber immer nur von Entlastung die Rede. Die aufkommenden Belastungen und Nachteile soll man großzügig übersehen; ebenso die großflächige Zerstörung Dattelner Gebiete und die Auswirkungen auf die angrenzenden Wohnbereiche. Ist es nicht verständlich, daß sich viele Dattelner gegen ein solches Mammut-Projekt wie die B 474n aussprechen? - So hat zum Beispiel allein die Kanalbrücke im Bereich des Dattelner Meeres eine Gesamtlänge von 190 Metern. - Mit großem Aufwand werden Landschaft und Lebensqualität zerstört, ohne daß nennenswerte Entlastungen für die kritischen Bereiche Dattelns erreicht werden. Sind nicht kürzere und direkte Umgehungsabschnitte für die Castroper Straße effektiver, statt "Verkehrsberuhigung" durch den Anschluß an die Sauerlandlinie erreichen wollen?"
Carola Heine, Natroper Weg 65
Quelle: Dattelner Morgenpost, 28. August 1990