![]() |
Startseite |
Kontakt |
Suchen |
Links |
Wir über uns
Aktuelles | Überblick | Datteln/Waltrop | Olfen | Archiv |
| B474N.DE > Presse > Jahr 1990 > |
|
DATTELN. (-has) Mit Ihrer Unterscrigt haben jetzt 1761 Bürgerinnen und Bürger Einspruch eingelegt gegen den Bau der B 474n im Dattelner Bauabschnitt. Die Aktionsgemeinschaft gegen den Bau der B 474n hat inzwischen die 75 Listen mit Unterstützunsunterschriften an den Regierungspräsidenten weitergeleitet. Beigefügt wurde eine detaillierte Begründung zur Ablehnung der Straße aus Sicht der Aktionsgemeinschaft.
Geäußert haben die Gegner der Straße in ihrem 24 DIN-A4-Seiten umfassenden Erläuterungsbericht nicht nur formale Bedenken gegen die B474n. Man erhebt zudem verkehrspolitische und ökologische Bedenken, deren Begründung besonderen Raum einnimmt.
Heftig kritisiert wird von der Aktionsgemeinschaft die im Zusammenhang mit der Straßenplanung bisher fehlende Umweltverträglichkeitsprüfüng. Reinhard Pennekamp: "Nach dem am 1. August 1990 in Kraft getretenen UVP-Gesetz ist bei Straßenbaumaßnahmen dieses Ausmaßes eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben. Es fällt auf, daß die Straßenbaubehörden an einer UVP zum zweiten Abschnitt der B 47n offenbar nicht interessiert sind. Zwei Wochen vor Inkrafttreten des UVP-Gesetzes gibt der Regierungspräsident in Münster die Planunterlagen nach Waltrop und Datteln. Am 27. Juli 1990 erscheint das Dattelner Amtsblatt mit der öffentlichen Ankündigung der Planauslegung. Die Planauslegung fand in der Zeit vom 7. August bis 9. September in Waltrop und vom 7. August bis 10. September in Datteln statt."
Was die ökölogischen Bedenken gegen den Straßenbau angeht, weist Reinhard Pennekarnp mit Nachdruck darauf hin, daß "durch den Straßenbau wichtige ökologische Biotopvernetzungen unterbrochen werden. Zudem werden Brutreviere von Jagdrevieren getrennt, Populationen werden isoliert und sterben aus, wenn sie zu klein werden, Amphibienwanderwege werden blockiert und Reviere (Waldlaubsänger, Habicht) werden zu klein, um langfristig zu überleben. Durch die Dammlage der B 474n wird der Landschaftscharakter der Münsterlander Parklandachaft unwiderruflich zerstört."
Hingewiesen hat die Aktionsgemeinschaft nicht zuletzt auf das Fehlen von Untersuchungen dahingehend, wie sich Schadstoffimmissionen, die durch den Straßenverkehr verursacht werden, auf die einzelnen Biotope mit ihren Tier- und Pflanzengesellschaften auswirken, und, so heißt es: "Innerhalb der Mühlenbachaue ist mit geländeklimatischen Veränderungen zu rechnen, da die vom Westen her dem Talraum zufließende Kaltluft durch den Straßenkörper unterbrochen wird und es zu örtlichen Kaltluftstaus kommen kann. Innerhalb der Waldbestände werden gravierende mikroklimatische Veränderungen auftreten."
Die Aktionsgemeinschaft, so Pennekamp, sei gegen den Bau der B 474n, weil gegen formal-juristische Vorgaben des Gesetzgebers bei der aktuellen Planung verstoßen worden sei, weil eine ökonomische oder verkehrspolitische Notwendigkeit der Trasse bis heute "empirisch-wissenschaftlich nicht nachgewiesen" worden sei und "die Erholungsgebiete nördlich von Datteln unwiderbringlich zerstört" werden. Nach wie vor fordere die Aktionsgemeinschaft eine Umweltverträglichkeitsprüfüng und Kosten-Nutzen-Analyse sowie eine "qualifizierte Prognose des Vekehrsaufkommens, das Aufzeigen von kleinräumigen Alternativen, die die Ortskerne von Waltrop und Datteln wirkungsvoll entlasten können, sowie unter anderem auch ein Gutachten über die Einiffe durch den Bau der Straße auf die Erholungsfunktion im Bereich der Trasse und Untersuchungen über die Auswirkungen und Veränderungen der Empfindlichkeit durch die Erhöhung der Schadstoffimmissionen".
Quelle: Dattelner Morgenpost, 26. September 1990