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B474N.DE > Presse > Jahr 1990 >
Ungereimtheiten? 7. September 1990


Datteln.  Zur Ablehnung eines Informationsstandes der B474n-Gegner auf dem Kanalfestival durch die Stadtverwaltung erreichte uns folgender Leserbrief:

"Stand oder nicht Stand - mit dieser Frage ging die Stadtverwaltung über 17 Tage schwanger, bevor sie schließlich die Selbstdarstellung der B474n-Gegner auf dem Kanalfestival verbot. Im gleichen Rundschlag erwischte es auch den BUND, einen anerkannten Verband. Begründung: Das Kanalfestival sei nicht als Plattform für politische Gruppen da. Hier wird es erst politisch, denn in anderen Städten gehen die Verwaltungen mit der Meinungs- und Darstellungsfreiheit souveräner um, sei es bei den Rubrfestspielen in Recklinghausen oder beim Hertener Folkfestival. Nun ist das Kanalfestival ja auch nur zur Unterhaltung und Entspannung da, zur Selbstdarstellung der Stadt und zur Gaudi der Besucher. Nur - ob diese glauben, daß hier die Welt gut und heil ist?

Die geplante, an die 20 Meter hohe und über 90 Meter lange Brücke über die Alte und Neue Fahrt bietet bestimmt begehrte Logenplatze der künftigen Kanalfestivals - wenn sie denn gebaut wird. Ob sie an den anderen 362 Tagen das Landschaftsbild verschandelt, Lärm und Abgase in die Naherholungsregion schickt und als Wanrzeichen verkehrspolitischer Uneinsichtigkeit dasteht, scheint weite Kreise nicht zu interessieren. Was müssen anderenorts für Angste bestehen, diese Straße könne eventuell verhindert werden! Warum nur? Stimmen etwa die einen oder anderen Prognosen und Versprechen doch nicht? Gibt es da Ungereimtheiten, die durch die Aktionsgemeinschalt ans Tageslicnt kommen könnten?"

Knut Hencke, Friedrich-Ebert-Str. 260


Quelle: Dattelner Morgenpost, 7. September 1990