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B474N.DE > Presse > Jahr 1990 >
Aktionsgemeinschaft ist enttäuscht und verbittert 7. September 1990


DATTELN.  Nicht einverstanden mit der ablehnenden Haltung der Stadtverwaltung, die zum Kanalfestival keinen Informationsstand der Gegner der B 474n zugelassen hat, ist die Aktionsgemeinschaft. "Die Aktionsgemeinschaft ist enttänscht und verbittert über die Art, mit der die Stadt Datteln mit engagierten Bürgergruppen umspringt und darüber, daß die Stadt die Besucher des Festivals davor bewahren zu müssen glaubt, mit Interessengruppen ins Gespräch zu kommen", schreiben die Vertreter der Bürgerinitiative in ihrer Stellungnahme.

Zwei Wochen vor dem Festival sei ein Informationsstand schriftlich beantragt worden. "Der schriftliche Ablehnungsbescheid erreichte die Aktionsgemeinschaft während des Festivals am Samstag nachmittag. Zu diesem verspäteten Zeitpunkt war die Möglichkeit verbaut, die Rechtmäßigkeit rechtzeitig juristisch überprüfen zu lassen", ist die Bürgerinitiative empört. "Der Stadtdirektor hatte es auch nicht nötig mitzuteilen, auf welche Bestimmungen und Beschlüsse er sich bei seiner Ablehnung stützt. Was da geboten wurde, war kein korrektes Verwaltungshandeln", urteilen die B-474n-Gegner.

Die Aktionsgemeinschaft habe zwar noch einen Zugang zum Festival gefunden, indem flugblattverteiler und Unterschriftensammler mit großen tragbaren Schirmen aufgetreten sind. Doch sei die Informationsarbeit durch die Verweigerung eines festen Standes erheblich behindert worden.

"Es bleibt zu fragen, welches Image sich die Stadt Dattein zulegen möchte, wenn sie dem Festival den "objektiven Charakter eines Volksfestes" bewahren möchte und alle Maßnahmen zur politischen Meinungsbildung fernzuhalten versucht. Bei anderen Volksfesten in unserer Nähe, zum Beispiel beim 1. Mai in Recklinghausen, beim Folklorefestival in Herten, beim Parkfest in Waltrop, sind hitiativgruppen und Informationsstände ausdrücklich als Bereicherung des Festes erwünscht. Es ist ein schwerer Irrtum zu glauben, Festbesucher wollten nur essen, trinken und zugucken. Sie wollen auch ganz sicher über das miteinander reden, was gerade ansteht."

Daß dies so ist, haben die Mitglieder der Aktionsgemeinschaft nach eigenen Aussagen bei Kontakten mit Festivalbesuchern immer wieder erfahren können.


Quelle: Dattelner Morgenpost, 7. September 1990