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B474N.DE > Presse > Jahr 1989 >
Nach sieben Tagen sollen endlich die absoluten Zahlen auf den Tisch 12. Januar 1989


DATTELN.  Die auch für die Anhörungsbehörde außerordentlich hohe Zahl der Teilnehmer am Erörterungstermin zur B 474n macht eine Verlangerung notwendig. Eigentlich sollte die Anhörung gestern enden. Doch heute um 9 Uhr geht es in der Waitroper Stadthalle mit Einwendungen weiter. Endlich sollen dann auch die tatsächlichen Entlastungs- und Belastungszahlen für die B 474n und die L 609 vorgebracht werden, um die seit Tagen gerungen wird und die für die Einwendungen von großer Bedeutung sowie für die Notwendigkeit der B 474n mit ausschlaggebend sind. Gestern entzündete sich erneut eine rege Diskussion um das vom Straßenneubauamt Recklinghausen ins Verfahren gebrachte Zahlenmarial.

Morgen nun will die Baubehörde versuchen, zu den Entlastungswerten für die Ortsdurchfahrten Waltrop/Datteln - die bisher nur in Prozenten angegeben wurden - auch die absoluten Zahlen zu bringen. Nur diese machen es möglich, eine Beziehung zwischen der Entlastung für die L 609 und der Belastung für die B 474n herzustellen.

Die Zahlendiskussion entzündete sich an der Frage nach der Notwendigkeit der B 474n. Bekanntlich ist das Teilstück von der A 2 bis zur L 609 als vordringlicher Bedarf klassifiziert. Die Dringlichkeit, so zunächst die Straßenbauverwaltung, ist eine politische Entscheidung. Nach hartnäckigem Nachfragen von Verhandlungsleiter Heiko-Michael Kosow stimmte die Straßenbaubehörde zu, daß die Dringlichkeit begründet wird mit den Belastungszahlen des Bundes (Prognose für das Jahr 2000: 24000 Kfz-Einheiten/24 Stunden) und der Entlastungswirkung für Waltrop und Datteln, wie sie aus den Generalverkehrsplänen der beiden Städte zu entnehmen ist.

Zuvor hatte es der stellvertretende Neubauamtsleiter Karl-Hans Korte gewagt, Zahlen zu nennen. Danach wird für 1995 eine Entlastung der L 609 durch die B 474n von 8200 Kfz und für die B 235 in Höhe von rund 9000 Kfz erwartet. Dies bringt eine Belastung von rund 17200 Kfz für die B 474 n. Kosow: "Donnerstag werden die Zahlen im Detail vorgelegt." Damit beendete er Rechnerei und hitzige Diskussion.

Am Morgen hatte eine Bemerkung von Karl-Hans Korte die Einwender hellhörig werden lassen. Er nannte noch zwei Prozentzahlen für Waltrop. Auf der L 609 seien 20 Prozent Durchgangsverkehr zu verzeichnen. 80 Prozent der Fahrzeuge seien Binnenverkehr sowie Verkehr, der von oder nach Waltrop fahre.

Einwender aus dem Raum Dortmund bezweifelten gestern einen Entlastungseffekt für die Waltroper Ortsdurchfahrt. Zumal die L 609n in Dortmund bis zur Autobahnauffahrt Mengede neu gebaut werden soll und damit mehr Verkehr auf diese Straße kommen wird. Die Baubehörde erklärte dazu, daß der Verkehr aus Dortmund oder nach Dortmund über die B 474n umgeleitet wird und nicht durch Waltrop fährt. Um dies zu erreichen, wird das Teilstück der A 2 von der Auffahrt Mengede bis zum Anschluß B 474n acht- oder zehnspurig ausgebaut. An die Autobahn wird eine eigenständige Straße als Zubringer von der L 609 zur B 474n angehängt.  -berg.


Quelle: Dattelner Morgenpost, 12. Januar 1989