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WALTROP. Die Fortschreibung des Bedarfsplanes für Bundesfernstraßen ist in trockenen Tüchern. Ins nordrhein-westfälische Vorschlagspaket hatte der Düsseldorfer Verkehrsminister Christoph Zöpel auch den ersten Teilabschnitt der umstrittenen B 474n eingebracht. Zum Ergebnis gesellt sich nach den Worten des SPD-Landtagsahgeordneten Karl-Heinz Rusche eine überraschende Wendung: Zwar ist der erste Teilabschnift der geplanten Schnellstraße zwischen Castro-Rauxel und Datteln in die vordringliche Bedarfsstufe eins emporgeklettert, doch sind sich Land und Bund darin einig, das 1O0-Millionen-Projekt neu zu überplanen. Diese Planungswende könnte im Klartext eine neuerliche Verkehrszählung oder eine veränderte Trassenlage bedeuten. "Das heißt auch", so Rusche gegenüber der WAZ wörtlich, "daß dieses Straßenprojekt um einige Jährchen zurückgestellt wird!"
Auf öffentliche Kritik an der B 474n, nicht zuletzt durch die Aktionsgemeinschaft gegen das Mammutwerk, führt der SPD-Abgeordnete den planerischen Gesinnungswandel übrigens nicht zurück.
Der Gegenwind aus der Aktionsgemeinschaft wehte am Mittwochabend auch der CDU-Fraktion in Waltrop entgegen. Die CDU-Mitgliederversammlung billigte nämlich mehrheitlich einen aus den JU-Reihen stammenden Initiativantrag, mit dem wörtlich die Unionsfraktion aufgefordert wird, ihren bisherigen Beschluß für die B 474n aufzuheben und damit das Ziel zu verfolgen, den Bau der Straße zu verhindern.
Auch CDU-Vorsitzender Rolf Lütkenhaus hatte für diesen Antrag gestimmt, obwohl er deutlich machte, daß er nach wie vor für den Straßenbau sei. Sein Ziel ist es aber, eine öffentliche Fraktionssitzung (möglichst in einer Gaststätte an der leveringhäuser Straße) zu veranstalten und der Fraktion somit eine Diskussionsgrundlage zu bieten, die durchaus wieder zum Befürworten des Straßenprojekts führen kann.
Quelle: WAZ Waltrop, 30. August 1985