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B474N.DE > Olfen >
Abschnitt "Olfen" 17. Dezember 2000


Dieser Text soll Ihnen einen ersten Überblick über den Abschnitt "Olfen" der B 474n, den zeitlichen Ablauf der Planungen inklusive dem aktuellen Stand und vor allem die Probleme in diesem Bereich verschaffen.

Für weitere Informationen steht Ihnen unser Archiv zur Verfügung.



Trasse im Olfener Gebiet

     



Argumente gegen die B 474n auf Olfener Gebiet

  1. Für die B 474n besteht kein wirklicher Bedarf. Der Bundesverkehrswegeplan nimmt eine falsche Gewichtung vor. Die Verkehrszählung der BI zeigt ein Entlastungsvolumen von maximal 15% bei einem insgesamt geringen Verkehrsaufkommen. Der Verkehr auf der parallel zur geplanten B 474n verlaufenden B 474 "alt" und weiter nördlich auf der "Panzerstraße" ist äußerst gering.

  2. Die Planung und mögliche Realisierung der Olfener Trasse erfolgt zur Zeit nicht zeitnah mit den anderen Teilabschnitten. Der Bau eines isolierten Teilabschnittes ist völlig sinnlos.

  3. Die städtebaulichen Belange Olfens werden nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt. Eine (süd)westliche Erweiterung des Stadtgebietes ist nicht möglich. Das zur Zeit in Bau befindliche Neubaugebiet Eckernkamp liegt sehr nahe an der vorgeschlagenen Trasse (150 Meter, Westwindlage!). Die B 474n bringt enorme Lärm- und Schadstoffemissionen für Olfen.

  4. Die vorgeschlagene Linienführung sieht einen Kontakt mit dem bestehenden Straßennetz um Olfen nur an drei Stellen vor. Diese liegen im Gegensatz zur eigentlichen Trasse so weit außerhalb der Stadt, daß die ohnehin niedrig liegende Aufnahme ortskernentlastender Verkehre kaum möglich ist.

  5. Die Linienführung bedroht und vernichtet die Existenz von zwei bis drei landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben.

  6. Entlang der geplanten Linie liegen eine Vielzahl bedeutender Bodendenkmäler, die zum Teil noch aus der Eisen- bzw. Bronzezeit stammen und von der frühen Besiedelung des südlichen Münsterlandes zeugen. Die UVS zeigt in eindrucksvoller Weise, daß auch die favorisierte Linienführung Bereiche mit hoher und sehr hoher Konfliktdichte durchschneidet. Die B 474n zerstört eine intaktes Freizeit- und Naherholungsgebiet für Radler, Jogger, Spaziergänger, Campingplatzbesucher etc. Die angesprochene Steverüberquerung erfordert eine hohe Dammlage der Straße. Dies stellt einen massiven Eingriff in die typisch münsterländer Parklandschaft dar.

  7. Es handelt sich um massive Verschwendung von Steuergeldern: Olfen 36.000.000, Datteln/Waltrop 122.900.000, Coesfeld: 10.5000.000, Dülmen 50.100.000, Summe 219,5 Millionen (Abschnitte und Finanzierung der B 474n, 1. Juli 1999)



Verkehrszählung aus dem Jahr 1994

Am 14.4.1994 und 1.9.1994 führten der BUND Olfen und die Bürgerinitiative gegen den Bau der B 474n die größte Verkehrszählung in der Geschichte Olfens mit annähernd 100 Zählern an 14 verschiedenen Zählpunkten durch. Damit sollte eine detaillierte Zahlengrundlage für weitere Entscheidungen und eine Versachlichung der Diskussion erreicht werden.

Die Zählung wurde nach dem Cordon-Prinzip durchgeführt. Über eine Kennzeichenerfassung konnte exakt festgestellt werden, welches Fahrzeug im Ziel- und Quellverkehr und dem Durchgangsverkehr zuzurechnen war.

Das Ergebnis war für die B 474n-Befürworter vernichtend: Zum Durchgangsverkehr zählten während der Zählung 26%, der Quell-/Zielverkehr mächte 74% aus. Eine B 474n würde keine spürbare Entlastung für Olfen bringen, auch nicht auf dem Eckernkamp. Auf der Trasse Datteln-Dülmen kann nur eine sehr geringe Entlastung von maximal 15% erzielt werden.



IVV-Papier aus dem Jahr 2000

Im Juni 2000 hat die Olfener CDU mit der Verwaltung einen neuen Anlauf in Sachen B 474n unternommen. Grundlage ist ein Papier des Ingenieurbüros IVV, das auf knapp 6 Seiten Thesen zur Verkehrsentwicklung in Olfen und zum Sinn einer B 474n enthält. Dem Papier liegen keinerlei aktuelle Verkehrszählungen zu Grunde.

Das IVV bestätigt, daß das Verkehrsvolumen im wesentlichen durch den "hausgemachten Verkehr" ausgelöst wird. Es werden 3 Varianten skizziert:

  1. Der Status-Quo bleibt erhalten; die B 474n wird nicht gebaut. Es wird sich die Verkehrssituation in etwa entsprechend dem heutigen Zustand einstellen; allerdings ist im Zuge der Verkehrsentwicklung mit erhöhtem Individualverkehrsaufkommen (Pkw und LkW) zu rechnen.

  2. Die B 474n entsteht in den Abschnitten zwischen der A 43 und dem Ende der "Panzerstraße" (Ortsumgehungen Dülmen und Seppenrade/Lüdinghausen) sowie zwischen der A 2 und der B 235 nördlich Datteln (Ortsumgehungen Datteln und Waltrop). Dies wird einen erheblichen zusätzlichen Verkehrsdruck auf Olfen bewirken.

  3. Die B 474n wird auf ihrem gesamten bisher geplanten Abschnitt neu- bzw. ausgebaut. Es wird sich eine Entlastung des Olfener Straßennetzes einstellen, der (geringe) Durchgangsverkehr könne aus der Kernstadt nahezu vollständig verlagert werden. Diese Variante wird von IVV favorisiert.

Das Papier schließt mit der (politischen) Empfehlung ab, daß sich die betroffenen Städte mit ihrer Forderung nach der Bundesstraße zusammenschließen sollten.



Klagefonds

Knapp 60 Olfener Bürger beteiligen sich mit durchschnittlich 10 Mark im Monat an einem treuhänderisch verwalteten Klagefonds. Im Falle einer aussichtsreichen Klage soll dieses Geld zur juristischen Verhinderung der B 474n eingesetzt werden.



Zeitlicher Ablauf

Detaillierter wird im Archiv auf den zeitlichen Ablauf eingegangen.

Im Jahre 1974 stimmte der Rat der Stadt Olfen für die B 474n. 1985 revidierte der Olfener Stadtrat einstimmig diesen Beschluß, befürwortet allerdings bereits ein Jahr später eine 1,8 Kilometer lange und 7 Meter breite "Westtangente". 1990 wird die B 474n im Bundesverkehrswegeplan als "vordringlicher Bedarf" aufgenommen. Noch im Jahr 1998 stimmt der Rat der Trasse unter der Bedingung zu, daß die gesamte B 474n gebaut wird und die Existenz der Landwirte nicht gefährdet wird.

Im August Jahr 2000 macht sich Olfens Bürgermeister Himmelmann und im Schlepptau die CDU zur Speerspitze der B 474n-Forderer. Von Bedingungen ist nicht mehr die Rede. Auch daß durch die Straße zwei landwirtschaftliche Betriebe akut in ihrer Existenz bedroht würden, spielt keine Rolle mehr. Mit fünf weiteren Städten fordert man erneut den Bau der Gesamttrasse in Verbindung mit einer Industrialisierung der Rieselfelder südlich von Vinnum. Im Gegensatz zu Waltrop, Coesfeld und Dülmen erhält Olfen keine Gelder aus den Zinseinsparungen durch die UMTS-Milliarden (ZIP-Programm) für die B 474n.

1980 und 1983 engagierten sich Olfener Bürgerinnen und Bürger gegen die Bundesstraße. 1990 bildete sich eine neue Bürgerinitiative, die 2000 Unterschriften sammelt. 1994 führt sie eine groß angelegte Verkehrszählung durch.

Im Dezember 2000 legte die neugegründete Bürgerinitiative "Pro Umgehungsstraße/Westtangente/B 474n" 73 Unterschriften für den Bau der Straße vor, aus dem die CDU Olfen gleich eine Mehrheit der Bürger machte.