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Beurteilung einer östlichen Trassenführung unter Nutzung der L 609 südlich Waltrop 1998


Die nachfolgend verbal-argumantativ beurteilte Trassenvariante nutzt zunächst die L 609, um schließlich über das Gelände der ehemaligen Zeche Ickern Schacht 3 die Trassenführung der Variante 4 zu erreichen.

Die Vorzüge dieser Trassenführung - eine im Vergleich geringere Neubaulänge und geringere Neuzerschneidungswirkungen - stehen jedoch erhebliche Nachteile gegenüber.

Betroffen durch die Trasse sind insbesondere die Wohn- und Wohnumfeldfunktion im Bereich des westlichen Ortsrandes der Ortslage Waltrop sowie die Tier- und Pflanzenwelt.

Der erste Konfliktschwerpunkt tritt in dem schmalen Bereich zwischen Hafen Waltrop und der Wohnbebauung von Waltrop auf. Hier steht für die Trasse ein nur 30 - 40 m breiter Korridor zur Verfügung. Die Wohn- und Wohnumfeldfunktion der Wohngebietes wird erheblich beeinträchtigt, in großen Teilen der Siedlung kommt es zu einer Überschreitung der Lärmschutzgrenzwerte.

Einen weiteren Konfliktschwerpunkt stellt die Durchquerung des NSG "Hafenstraße" dar. Dieses großflächige und sehr hoch bedeutsame Naturschutzgebiet setzt sich aus einem ausgedehnten, strukturreichen und Feuchtgebiet mit artenreicher Tier- und Pflanzenwelt sowie einem Kiefern- und Lärchenforst mit einem Bachlauf, Teichen und Tümpeln zusammen. Das Gebiet stellt einen wertvollen Amphibienlebensraum dar, ist Bruthabitat und Lebensraum der Bekassine und weist zahlreiche seltene und gefährdete Pflanzenarten auf. Das NSG wird mittig auf einer Länge von ca. 800m durchschnitten, verbunden mit erheblichen Verlusten und Beeinträchtigungen sehr hoch bedeutsamer Flächen. Insgesamt ist bei einer Verwirklichung dieser Trassenführung mit einem Funktionsverlust für das gesamte NSG zu rechnen.

Im weiteren Trassenverlauf beträgt der Abstand der Trasse zur Wohnbebauung in Waltrop nur 200 - 400 m. Hier sind wiederum Konflikte mit der Wohnfunktion zu erwarten, dabei sind die Konflikte noch erheblicher einzuschätzen als die durch die ortsnahe Variante 4 zu erwartenden Konflikte, da die Variante noch näher an der Bebauung liegt.

Die Konflikte im weiteren Trassenverlauf stimmen mit den Konflikten der Variante 4 überein.

Insgesamt ist die betrachtete Trassenführung somit weder aus der Sicht von Natur und Landschaft, noch aus der Sicht der bebauten Umwelt und der Wohnfunktion in Waltrop positiv zu beurteilen, das Konfliktpotential ist deutlich größer als das Konfliktpotential der Variante 4.