Startseite  |   Kontakt  |   Suchen  |   Links  |   Wir über uns   Aktuelles  |   Überblick  |   Datteln/Waltrop  |   Olfen  |   Archiv   


B474N.DE > Archiv > UVS >
Zusammenfassende Darstellung der Auswirkungen und Ermitteln der konfliktärmsten Trassenvariante 1998


Die nachfolgende Tabelle stellt die Ergebnisse des schutzgutbezogenen Vergleiches der Trassenvarianten und die ermittelten Rangfolgen (1 = Lösungsmöglichkeit) zusammenfassend dar.


Tab. 41: Zusammenfassende Darstellung der Rangfolgen

Die dargestellten Rangfolgen zeigen einen relativ einheitlichen Trend auf:

Überwiegend negativ für alle betrachteten Schutzgüter stellen sich die Varianten 6 und 0 dar, die zumeist die hinteren Ränge einnehmen. Relativ konfliktarm stellen sich beide Varianten aufgrund der siedlungsfernen Trassenführung nur bezüglich der Eingriffe in die Wohn- und Wohnumfeldfunktionen dar.

Vergleichsweise positiv schneiden die Varianten 1 und 4 ab, wobei die Variante 1 zwar einen ersten Rang mehr aufweist als die Variante 4, bezüglich der Auswirkungen auf Oberflächengewässer aber eine vorletzte Position einnimmt.

Eine mittlere Position nehmen die Varianten 2, 3 und 5 ein, wobei die Variante 5 in diesem Mittelfeld das größte Konfliktpotential erwarten läßt, obwohl sie in keinem Fall den letzten Rang belegt. Die Variante 2 stellt sich innerhalb dieser Gruppe als vergleichsweise konfliktärmste Lösung dar.

Die schlechteste Beurteilung erfahren die Varianten 6 und 0, die zumeist die letzten Ränge belegen. Hier ist die Variante 0, die fünf mal den letzten Rang als konfliktträchtigste Lösung einnimmt, nochmals negativer zu beurteilen als die Variante 6 mit drei letzten Rängen.

Die Tier- und Pflanzenwelt erfährt durch alle Varianten erhebliche Beeinträchtigungen. Im Vergleich stellen die Varianten 1 und 4 die konfliktärmsten Lösungen dar, wobei die Variante 4 aus der Sicht des Schutzgutbereiches Pflanzen und Biotoptypen geringe Vorzüge aufweist, während die Variante 1 die konfliktärmere Lösung für die Tierwelt des Untersuchungsgebietes darstellt. Besonders konfliktträchtig stellen sich bezüglich beider Schutzgutbereiche die Varianten 6 und 0 dar. Auch die Variante 5 läßt vergleichsweise hohe Konflikte mit der Tier- und Pflanzenwelt erwarten.

Das Schutzgut Boden wird durch die Variante 4 am geringsten beeinträchtigt. Auf dem zweiten Rang folgt die Variante 1. Die Variante 2 nimmt, bedingt durch die Nutzung vorhandener Trassen, den dritten Rang ein. Mit Abstand die größten Beanspruchungen und Beeinträchtigungen der Bodenfunktionen läßt die Variante 0 erwarten.

Erhebliche Auswirkungen auf das Grundwasser verursachen alle Varianten mit Ausnahme der Variante 1 durch die Querung eines quartären Grundwasserleiters mit stellenweise sehr hoher Empfindlichkeit. Die größten Risiken läßt hier die Variante 3 erwarten, gefolgt von den ebenfalls konfliktträchtigen Varianten 6 und 0. Besonders positiv stellt sich die Variante 1 dar, die den Konfliktschwerpunkt ganz vermeidet.

Oberflächengewässer sind bei allen Varianten durch Querungen betroffen. Negativ stellen sich die Varianten 1, 0 und 6 dar, wobei die Varianten 0 durch die Parallelführung zum Alten Mühlenbach besonders konfliktträchtig ist. Die konfliktärmste Lösung stellt die Variante 3 dar.

Auswirkungen auf das Schutzgut Klima und Lufthygiene sind vornehmlich durch die Beanspruchung von Immissionsschutzwald zu erwarten. Besonders große Eingriffe in Waldflächen mit lufthygienischer Ausgleichsfunktion entstehen durch die Varianten 6, 5 und 0. Positiv stellt sich die Variante 1 dar. Die Variante 4 verursacht einen weiteren Konflikt durch die Unterbrechung und Beeinträchtigung einer der Ortslage Waltrop zugeordneten Frischluftbahn.

Die mit Abstand erheblichsten Auswirkungen auf das Landschaftsbild des Untersuchungsraumes verursacht die Variante 0, die in Gradiente und Linienführung nur wenig dem Gelände angepaßt ist und in erheblichem Umfang natürliche Landschaftselemente beansprucht. Negativ sind auch die Varianten 5 und 6 zu beurteilen. Die Varianten 4 und 1 verursachen aufgrund der siedlungsnäheren Führung und der Bündelung mit vorhandenen linienförmigen Elementen die geringsten Auswirkungen auf die Landschaftsbildqualität.

Bezüglich der Wohn- und Wohnumfeldfunktion stellt sich die Variante 3 als konfliktträchtigste Lösung dar. Ein relativ hohes Konfliktpotential weisen aber auch die Varianten 2, 4, 5 und 6 auf. Relativ konfliktarm ist, trotz der vergleichsweise siedlungsnahen Führung zu Datteln, die Variante 1, sie verursacht die geringsten Grenzwertüberschreitungen in Wohngebieten und die geringsten Beeinträchtigungen der siedlungsnahen Freiräume durch die kanalnahe Führung, vergleichsweise hohe Beeinträchtigung entstehen allerdings für die Einzelhoflagen und die Streu- und Splitterbebauung im Gebiet.

Berücksichtigt man bei der Beurteilung der Variante 1 die im (außerhalb des Untersuchungsgebietes der UVS gelegenen) Ortsteil Castrop-Rauxel Henrichenburg zu erwartenden nicht quantifizierten Konflikte durch die erheblich stärkere Belastung der B 235, so muß der Variante 1 bezüglich der Wohn- und Wohnumfeldfunktionen ein schlechterer Rang zugewiesen werden.

Die erheblichsten Auswirkungen auf die Erholung und die Freizeitnutzung im Untersuchungsgebiet lassen die in Fortführung der A 45 mittig durch die für die Naherholung bedeutsamen Freiflächen verlaufenden Varianten 2, 3, 5, 6 und 0 dar. Konfliktärmere Lösungen sind die siedlungsnahen Varianten 1 und 4.

Bedeutsame Kulturgüter sind durch alle betrachteten Variantenführungen nur in vergleichsweise geringem Umfang betroffen. Mögliche Konflikte durch die Beanspruchung potentieller Fundstellen lassen sich durch eine Prospektion und Sicherung vermeiden, so daß keine erheblichen Konflikte verbleiben. Bedeutsame Sachgüter liegen nicht im Trassenumfeld. Eine Rangfolge wurde nicht vergeben.

Insgesamt stellen sich die Varianten 1 und 4 somit aus der Sicht der natürlichen Umwelt als konfliktärmste Lösungsmöglichkeiten dar. Ursache für dieses vergleichsweise positive Abschneiden ist bei beiden Varianten die relativ siedlungsnahe Trassenführung, die einige der erheblichsten Konflikte durch die Beanspruchung und Beeinträchtigung der besonders sensiblen Kemzonen der Freiräume im Untersuchungsgebiet vermeiden hilft.

Die relativ siedlungsnahe Führung führt jedoch bei der Variante 4 zu Konflikten mit der Wohn- und Wohn umfeldfunktion der Ortslage Waltrop, bei der Variante 1 lassen sich erhebliche Konflikte für die Wohnfunktion in Henrichenburg prognostizieren.

Besonders negativ stellen sich die Varianten 6 und 0 dar, die ein außerordentlich hohes Konfliktpotential mit der natürlichen Umwelt erwarten lassen. Dabei ist die Variante 0 noch negativer zu beurteilen als die Variante 6.

Vergleichsweise schlecht schneidet auch die Variante 5 ab, die zumeist hintere Ränge einnimmt.

Die mittleren Ränge belegen in diesem Variantenvergleich die Varianten 2 und 3, wobei die Variante 3 die erheblichsten Konflikte mit der Wohnfunktion im Gebiet erwarten läßt.