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Ermittlung der umwelterheblichen Wirkungen des Vorhabens 1998




Bau- und anlagebedingte Wirkfaktoren

Baubedingte Wirkungen lassen sich im Rahmen einer UVS nur schwer abschätzen, da die Lokalisation von Lager- und Bauplätzen, etwaigen Baustraßen und Arbeitsstreifen in dieser Planungsphase noch weitgehend unbekannt ist. In jedem Fall ist jedoch durch die notwendigen Erdarbeiten und den Einsatz von Baufahrzeugen und -maschinen mit temporären sowie mit andauernden Beeinträchtigungen des Landschaftshaushaltes und aller betrachteten Schutzgüter zu rechnen, die über die anlagebedingten Auswirkungen hinausreichen. Zur überschlägigen Ermittlung der baubedingten Auswirkungen wird von einem 5m breiten Arbeitsstreifen beidseitig des Böschungsrandes ausgegangen, in dem ein Funktionsverlust der am stärksten betroffenen Schutzgüter Tiere und Pflanzen sowie Boden (Strukturverlust, Folgen der Auswirkungen auf den Boden, vgl. ELLENBERG et. al. 1981) zu erwarten ist.

Die bedeutsamsten und nachhaltigsten anlagebedingten Wirkungen werden durch die dauerhafte Flächeninanspruchnahme, die Versiegelung und die Flächenzerschneidung hervorgerufen.

Die Flächeninanspruchnahme einer Neubautrasse ist abhängig von der Länge der Trassenvarianten, den Querschnittselementen und den von der Gradiente abhängigen Böschungsbreiten. Für durchgehende Strecken ist für alle Varianten der Regelquerschnitt RQ 10,5 mit einer Versiegelungsbreite von 7,5 m vorgesehen.


Tab. 1: Flächenbeanspruchung und Neuversiegelung



Betriebsbedingte Wirkfaktoren

Die nachhaltigen betriebsbedingten Wirkungen des Straßenverkehrs und der Straßenunterhaltung entstehen im wesentlichen durch Schadstoffe, Lärm sowie durch die visuelle Störwirkung und Individuendezimierung für die Fauna.

Verkehrsbedingte Abgas- und Staubemissionen entstehen durch die Verbrennung der Antriebsstoffe, durch den Abrieb von Straßenbelägen, Reifen, Bremsen und Kupplungen sowie durch Tropfverluste (Öl) und Rost. Von den nicht durch Verbrennungsprozesse verursachten Emissionen haben Tausalze die auffälligsten Wirkungen. Durch Verbrennungsprozesse werden u.a. Stickoxide (NOx), Schwefeldioxid (S02), Kohlenmonoxid (CO2), Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle wie z.B. Blei freigesetzt.

Verkehrsbedingte stoffliche Immissionen wirken direkt oder indirekt auf die Akzeptorengruppen Pflanzen, Tiere, Boden, Grund- und Oberflächenwasser sowie den Menschen ein. Über diese Akzeptoren können bestimmte Funktionen beeinträchtigt werden.

Die Abbildung 3 gibt die Verbreitung und Verteilung von stofflichen Emissionen des Straßen- verkehrs und die durch die Immissionen betroffenen Akzeptoren wieder.


Abb. 3: Funktionsschema zur Ausbreitung verkehrsbedingter stofflicher Emmissionen (verändert nach STILLGER, 1980)

Die Schadstoffkonzentrationen verringern sich mit zunehmendem Abstand vom Fahrbahnrand, wie die Abbildung 4 darstellt.


Abb. 4: Relative Schadstoffabnahme als Funktion des Abstandes (PLANUNGSGRUPPE ÖKOLOGIE UND UMWELT, 1985)

Das Diagramm zeigt, daß die relative Schadstoffkonzentration nach 20m auf ca. 50% der Ausgangskonzentration abfällt, nach 50m auf ca. 33% und nach 100 m auf ca. 25%.

In der nachfolgenden Tabelle sind die überschlägig ermittelten Abgasmengen (Emissionen) relevanter Schadstoffe dargestellt. Die Berechnungen basieren auf den Daten und der Methodik der MLuS-92, Bezugsjahr ist das Jahr 2010 [IVV, Aachen], zugrunde liegen die modifizierten Planfälle 1, 2 und 3.


Tab. 2: Schadstoffemissionen der Trassenvarianten (IVV Aachen)