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Stellungnahme der GLW zum Trassenverlauf der B 474n
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12. September 2000
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Bei aller Unklarheit über den genauen Trassenverlauf der B 474n im Detail steht eines fest. Die Waltroper
Bürger werden durch den neuen Trassenverlauf stärker belastet als durch die alte Trassenplanung. Dies gilt
sowohl für den Wohnwert gleich mehrerer Siedlungen und wohl auch für die Anzahl der betroffenen
landwirtschaftlichen Betriebe. Darüber hinaus handelt es sich bei dieser Planung um einen sehr starken
Eingriff in den Naturhaushalt. Der Stadtrat wird sich dennoch schwer tun die B 474n abzulehnen, weil er
durch einen geschickten Zug der Landesregierung in die Zwickmühle geraten ist. Nicht zu letzt durch den
Einsatz der Landesregierung hat sich Waltrop bekanntlich für die Ansiedlung eines BMW-Werkes
beworben, so dass jeder der die derzeitige Trassenplanung der B 474n ablehnt als Jobkiller von der
Landesregierung angeprangert werden kann. Wir sind sehr froh, dass wir als Grüne uns nicht in dieser
unangenehmen Zwickmühle befinden, weil wir eine Ansiedlung von BMW für gänzlich unwahrscheinlich
halten. Auch das Argument, dass selbst wenn es sich bei BMW um eine Luftblase handelt, man bereits im
Zeichen einer "weitsichtigen" Politik schon mal für zukünftige Bewerbungen eine Bundesstraße bauen
sollte, ist ebenfalls nicht sehr überzeugend. Dazu ein kleines Rechenspiel:
Wenn man, wie bei jeder Prognose, auf die Daten zurückgreift die heute bekannt sind, kann man zunächst
feststellen, dass Waltrop sich neben ca. 50 anderen Standorten für das BMW-Werk beworben hat. Bei
angenommenen gleichen Ansiedlungschancen für alle Standorte ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von 1
zu 50. Überlegt man, wann sich das letzte Mal ein Unternehmen für den Standort Rieselfelder ernsthaft
interessierte, war das die Heidelberger Druckmaschinen AG vor gut 10 Jahren. Wenn sich also alle 10
Jahre ein Unternehmen für die Rieselfelder interessiert, dass tatsächlich über den von der Landesplanung
festgelegten 80 ha liegt, und dies mit einer Ansiedlungswahrscheinlichkeit von 1 zu 50, kann man im
Durchschnitt damit rechnen, dass es in 500 Jahren zu einer Industrialisierung der Rieselfelder kommt.
Natürlich ist dies nur ein nicht ganz ernst gemeintes Rechenspiel. Aber es verdeutlicht das grundlegende
Problem. Die B 474n Befürworter verlangen, dass man heute spürbare Opfer erbringt, damit sich in sehr
ferner Zukunft möglicherweise Gewinne in Form von Arbeitsplätzen einstellen. Dafür bereits heute auf
Verdacht eine Bundesstraße für viel Steuergelder und den damit verbunden persönlichen Belastungen zu
bauen, kann man höchstens im sarkastischen Sinne als sehr sehr weitsichtig bezeichnen. Wohin eine
derart "weitsichtige" Politik führt verdeutlichen die Brückenpfeiler der B 474n hinreichend: Sie führen auf
Steuerzahlerkosten ins Nichts.
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